Sinus Force - Sinus Therapy (Wavelike)

Es wurde tatsächlich Zeit, wieder ein Lebenszeichen von Sinus Force zu vernehmen. Und wie man vernehmen kann, hat sich dieses Album auch über einen sehr langen Zeitraum entwickelt. Erwartet man hierbei die bisher bekannten melancholisch anmutenden Soundcollagen im gerade drückenden Design, wird man völlig überrascht. Gerade ist hier eigentlich nichts wirklich, melancholisch ist aber irgendwie geblieben. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir gleich der erste Track “Technostar” wegen seines langen Intros am besten. Irgendwann setzt dann der Druck ein, allerdings im Zeichen des gebrochenen Beats. Dieser Style setzt sich mal mehr oder weniger analog fort, einmal gehaltvoll übersteuert, ein anderes mal liedlike verraved. Am Ende noch einmal grandioser Drum&Bass, bevor man vom Outro seicht losgelassen wird. Ein Album voller Vielfalt und interessanter Herangehensweisen. http://www.wavelike.net

Phil Kieran - Series 001 (Phil Kieran Rec.)

Die Sachen muß ich dringend auf einem dicken System und ganz in Ruhe hören. Wobei es dann sicher nicht so ruhig bleibt und man einfach nur ins Kopfnicken und Beinewippen verfällt. Wer weiß, was noch so passieren kann, denn schon beim ersten Durchskippen bleibt man automatisch bei dem ein oder anderen Track stehen. Oder eben gerade nicht stehen. Wie man es halt nimmt. Wir haben es hier jedenfalls mit einer ganzen Reiher schickster Remixe von Labeltracks zu tun, die z.B. von Patrick Lindsay, Max Cooper, Jesper Dahlbeck, Xhin, Marc Houle, Egbert und Hrdvision stammen. Ok, hab ich sie doch alle aufgezählt. Geht auch gar nicht anders. Purer Tanzstoff. Reinhören! Mitmachen!

Butane - Little Helpers Edit 1 (Little Helpers Edits)

Ich bin ja mittlerweile ein echter Fan der kleinen Helfer, vor allem, weil man die niedlichen kleinen Trackileinchens tatsächlich immer schick dazwischenzücken kann, ohne falsch zu liegen. Und wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sich schleunigst auf die Socken machen, um sich diese auf die Ohren zu schnallen. Jetzt scheint es eine Variante hierzu zu geben und die überzeugt mich ebenfalls durch ihre Schlichtheit und den genauso harmlos wie fett wirkenden Groove. Das Leben kann so einfach und vor allem schön sein!

Tok Tok - Babylon EP (Tok Tok)

Richtigerweise ist auf dem Cover eine Trompete abgebildet, denn das Getröte zieht sich durch den Titeltrack von Anfang bis Ende durch. Das mag den einen oder anderen irgendwann oder vielleicht schon von vornherein stressen, aber an der richtigen Stelle eingesetzt, können genau diese Signale einen wahren Freudensturm verursachen. Da bin ich mir sicher. “Jerk Chicken” ist dann einfach mal wirr und mit “Ozelot” kommt dann ein eher klassisches diskoeskes Werk daher. Macht insgesamt Spaß!

Dominik Eulberg – Diorama Remixes pt. 1 und 2 (Traum Schallplatten)

Ich weiß ja gar nicht, woran es liegt, dass man beim Dominik Eulberg Sound sofort aufschaut. Außerdem scheint sich seine Musik äußerst perfekt zum remixen zu eignen, wenn man sich die Ergebnisse der vorliegenden 2 Platten anhört. Kollektiv Turmstraße vermischt hierbei ihren eigenen dicken melodischen Sound perfekt zu einem getragenen Ensemble mit dem Eulbergschen Original. Bei Hot Chip gibt es zu etwas discoideren Beats auch noch den passenden Gesang dazu, wahlweise aber auch in zwei Versionen ohne. Extrawelt erschrecken zuerst durch große Verspieltheit, wobei sich der Track irgendwann aber in eine bohrende Bombe verwandelt, die durch ihre beibehaltene Leichtigkeit pure Fröhlichkeit erzeugt. Bei Gabriel Ananda geht es dann auch gleich ordentlicher zur Sache, während ich selbst mit persönlicher Spannung den Rone Remix erwartet habe. Dieser entwickelt sich zu einem wahren Synthiezauberwerk ganz nach seiner Raisson, herrlich weltoffen gestaltet und passend zum gerade stattfindenden sonnig warmen Herbstwetter. Stephan Bodzins musikalische drei Meinungen empfinde ich selbst dagegen etwas anstrengend, aber definitiv nicht schlechter produziert. Fehlt noch Petar Dundov, der sich im Drumprogramming oldschoolig gibt, Ryan Davis, der seinen Klangteppich ausrollt und als absolutes Finale Jessy Somfay, dessen Stück man eigentlich nur auf einem exorbitanten System hören sollte, welches das ganze umliegende Stadtviertel mitbeben lässt und störende Klopfgeräusche der Nachbarn von vornherein unterbindet. Insgesamt unterstreichen alle Neuversionen die Melodik des jeweiligen Originals und haben einen riesigen Klangraum gemein, so dass wir hier von einem wirklich gelungenen Ensemble einer hochkarätigen musikalischen Gemeinschaft sprechen können. Bei mir fest in meinem Player implantiert.