Mgun - The Upstairs Apt. EP (Don’t be afraid)

Neue Musik von Manuel Gonzales. Neue Musik aus Detroit. Das allein verstehen die meißten ja heute nicht mehr. Aber mich verführen Angaben dieser Art noch immer, zumindest reinzuhören - wenn auch nicht mehr blind zu kaufen. Waren ja noch Zeiten. Aber hier begegnet mir doch eine gewisse Freshness, die mich besonders bei “Files React” nicht mehr weiterskippen läßt. Die rauhe Funkiness mit Endlosmaschinenromantik tut es mir sofort an und beamt mich in eine andere Welt, vielleicht sogar Zeit? Wer weiß. Ich find die Platte schick!

Fonos - Squared Orbits EP (Goldmin Music)

Das passt doch jetzt genau in die Zeit. Langsam immer mehr Druck aufbauen, dabei ein freundliches Gesicht machen und nie den Tropfen spielen, der das Fass irgendwann überlaufen oder den Luftballon platzen läßt. Wir haben es hier mit kopfnickenden Grooves zu tun, die einem die Coolness förmlich auf den Schoß setzen. Alles genau richtig dosiert, direkt aber dennoch zurückhaltend. Das hat Charme und zeigt Souveränität.

Jesper Dahlbäck - Sommar Miffo (1532 Rec)

Es gibt so Altmeister, auf die man sich auch nach Jahren immer verlassen kann. Miffo kommt in einem wohlig warmen Synthieerguss und groovet zur perfekten Feierzeit bis zum Ende. Donna klingt eine Portion discoider und verliert sich ebenfalls in den Details. Und Tanden bringt noch einmal alle nach oben, die sich schon hinsetzen wollten. Bei der perfektionistischen Musik bekommt man sofort Open Air Lust, holt die Sonne raus und reißt sich das Shirt vom Leib. Gefällt wie wahnsinnig.

ESHU - Timeless EP (ESHU)

Als ich “MM” hörte, dachte ich mir sofort, darüber muß ich etwas schreiben. Der Track beflügelt mich förmlich in seinem naiv krispen Aufbau, daß es fast schade wirkt, wenn die gerade Bassdrum einsetzt. Aber auch das wurde scheinbar erkannt und mit einem übergestülptem Groove alles berichtigt. Saufettes Teil! Da ist der Echologist Remix, der an sich aber auch sehr schön ist, dagegen viel zu seicht. Der Titeltrack “Timeless” ist dann eine weitere gefühlvolle Reise in das Vergessen von Hier und Jetzt, ohne aber den Bezug zum Boden zu verlieren. Alles sehr hypnotisch, aber dennoch simpel gehalten. Großartige Scheibe!

Bruno Sacco - Deformed (Gravite Records)

“Deformed” macht Stimmung. Und das trotz seiner anfänglichen zurückhaltenden Eigenschaften. Insgesamt wird der Track auch nie explodieren. Aber allein die Erwartung, daß es noch passieren könnte, ist bereits Effekt genug. “Orbital” arbeitet ähnlich, haut allerdings mit seinen verhallten Tribals nicht ganz so sehr auf den Putz. “Distance” ist ergänzend hierzu eine merkwürdige Soundcollage, die man sicher so stehen lassen könnte. Aber mit Beat unterlegt, hat auch dieses Stück ein ganz besonderes Etwas. Insgesamt ist diese Platte sicher nichts außergewöhnlich tolles, aber die eingefangene Stimmung fasziniert dennoch ungemein.