Ductile - Pretty Lame (Groom)

Monster suchen mich heim. Es ist so dunkel um mich herum. Blitzlichter zucken durch den Äther. Stimmengewirr. Kondenswasser an Scheibe und Glas. Der Inhalt zuckt in Mikrowellenform und beginnt sich zu langen schwingenden Fäden zu formen. “Pretty Lame” läßt keine klaren Gedanken zu, übernimmt die Steuerung von Gesicht und Kopf. Der Inhalt zuckt in Mikrowellenform und beginnt sich zu langen schwingenden Fäden zu formen. “Comptine” preßt langsam und genüsslich den letzten Saft tropfenweise heraus. Und “Wet Nylon” fläddert fröhlich über die darniederliegenden Reste glückseeliger Musikergebenheit. Monster halt.

Music from the basement (Traut Muzik)

Das ist definitiv und ganz unmißverständlich genau das, was ich gerade brauche. Und dieses Bedürfnis stülpe ich einfach mal eben über alle Technojünger, die das Feeling von Techno vermissen. Großartig - Beats, Geräusche, Hihats - düster, druckvoll und doch irgendwie wird aus dieser unbändigen Kraft ein Lächeln entlockt. Tom Dicicco legt vor, Dario Zenker legt nach, und Jonas Kopp läßt einfach keine Fragen mehr offen. Das will man sofort auf einer dicken Anlage hören und auch zu Hause werden nach den ersten Minuten die Nachbarn verstehen, daß der Donner kein Wetterphänomen sein muß. Großartige Zusammenstellung, bei der man auf Part 2 eigentlich gar nicht warten kann.

Benna / Kid.Chic - Harry Klein Records 002

Kaum in den neuen Räumen angekommen, gibt es auch gleich eine neue Platte dazu. Die Jungs (und natürlich auch Mädels) sind unermüdlich. Und die schlaflosen Münchener auch fleißig sind, gibt es hier auch ordentlich was zu hören. Benna beginnt mit “24/7 Herb Abuse” - cooles Deepgetrommele mit darken Stimmen. Das unbenannte Stück von Kid.Chic ist dann der Sonnenstrahl am Morgen nach düsterer Start. “Branco Blattschuss” ist kein neuer Harry Resident, sondern die perfekte Fusion aus düster und Sonnenstrahl. Allesamt mehr als nur interessant, sondern sogar äußerst spannend. Es ist wunderbar, mal wieder in eine ganz eigene Stylewelt einzutauchen.

Sigha (OCS001)

Ups! Da war die Anlage ja wesentlich zu laut eingestellt. Und Ups! Da hab ich sie spontan bei diesen Klängen gar nicht leiser gemacht. Die Kinder sind wach. Die Nachbarn klopfen schon. Meine Frau fiel vom Stuhl. Da muß man durch, wenn es um den mittlerweile so legendären Berghain-Sound geht, den man eben nur laut hören kann. Auf A haben wir Early Morning Lights Marcel Dettmann Mix, der genau alle Klischees vollkommen zur Zufriedenheit bedient. Sicherlich entfernt vom Ravesuperslammer, aber eben denau der Frieden elektronischer Musikkraft, den wir alle so dringend brauchen. “Over the edge” ist auch in gewisser Art Standard, aber eben überhaupt nicht abwertend gemeint - ganz im Gegenteil. Eben alles für den warmen elektronischen Moment in großstädtischem Kahlflair.

Quenum - Boomerang EP (Clapper)

Das Label vom Quenum himself gefällt mir ja bereits von der ersten Platte an. Wie sich hier die Entwicklungen ergeben, ist äußerst spannend. Die neue Scheibe besteht einerseits aus einer quirligen A-Seite, die auf einem großen System sicher großartig wirkt, mir zu Hause aber zu stressig wird. Die B-Seite ist dagegen monotoner Groove mit coolem Gequatsche, was mir in meinem Abenddasein gerade viel besser reinpaßt. Cooler Shit, Mann!