Die Sachen muß ich dringend auf einem dicken System und ganz in Ruhe hören. Wobei es dann sicher nicht so ruhig bleibt und man einfach nur ins Kopfnicken und Beinewippen verfällt. Wer weiß, was noch so passieren kann, denn schon beim ersten Durchskippen bleibt man automatisch bei dem ein oder anderen Track stehen. Oder eben gerade nicht stehen. Wie man es halt nimmt. Wir haben es hier jedenfalls mit einer ganzen Reiher schickster Remixe von Labeltracks zu tun, die z.B. von Patrick Lindsay, Max Cooper, Jesper Dahlbeck, Xhin, Marc Houle, Egbert und Hrdvision stammen. Ok, hab ich sie doch alle aufgezählt. Geht auch gar nicht anders. Purer Tanzstoff. Reinhören! Mitmachen!
Phil Kieran - Series 001 (Phil Kieran Rec.)
Butane - Little Helpers Edit 1 (Little Helpers Edits)
Ich bin ja mittlerweile ein echter Fan der kleinen Helfer, vor allem, weil man die niedlichen kleinen Trackileinchens tatsächlich immer schick dazwischenzücken kann, ohne falsch zu liegen. Und wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sich schleunigst auf die Socken machen, um sich diese auf die Ohren zu schnallen. Jetzt scheint es eine Variante hierzu zu geben und die überzeugt mich ebenfalls durch ihre Schlichtheit und den genauso harmlos wie fett wirkenden Groove. Das Leben kann so einfach und vor allem schön sein!
Tok Tok - Babylon EP (Tok Tok)
Richtigerweise ist auf dem Cover eine Trompete abgebildet, denn das Getröte zieht sich durch den Titeltrack von Anfang bis Ende durch. Das mag den einen oder anderen irgendwann oder vielleicht schon von vornherein stressen, aber an der richtigen Stelle eingesetzt, können genau diese Signale einen wahren Freudensturm verursachen. Da bin ich mir sicher. “Jerk Chicken” ist dann einfach mal wirr und mit “Ozelot” kommt dann ein eher klassisches diskoeskes Werk daher. Macht insgesamt Spaß!
Dominik Eulberg – Diorama Remixes pt. 1 und 2 (Traum Schallplatten)
Ich weiß ja gar nicht, woran es liegt, dass man beim Dominik Eulberg Sound sofort aufschaut. Außerdem scheint sich seine Musik äußerst perfekt zum remixen zu eignen, wenn man sich die Ergebnisse der vorliegenden 2 Platten anhört. Kollektiv Turmstraße vermischt hierbei ihren eigenen dicken melodischen Sound perfekt zu einem getragenen Ensemble mit dem Eulbergschen Original. Bei Hot Chip gibt es zu etwas discoideren Beats auch noch den passenden Gesang dazu, wahlweise aber auch in zwei Versionen ohne. Extrawelt erschrecken zuerst durch große Verspieltheit, wobei sich der Track irgendwann aber in eine bohrende Bombe verwandelt, die durch ihre beibehaltene Leichtigkeit pure Fröhlichkeit erzeugt. Bei Gabriel Ananda geht es dann auch gleich ordentlicher zur Sache, während ich selbst mit persönlicher Spannung den Rone Remix erwartet habe. Dieser entwickelt sich zu einem wahren Synthiezauberwerk ganz nach seiner Raisson, herrlich weltoffen gestaltet und passend zum gerade stattfindenden sonnig warmen Herbstwetter. Stephan Bodzins musikalische drei Meinungen empfinde ich selbst dagegen etwas anstrengend, aber definitiv nicht schlechter produziert. Fehlt noch Petar Dundov, der sich im Drumprogramming oldschoolig gibt, Ryan Davis, der seinen Klangteppich ausrollt und als absolutes Finale Jessy Somfay, dessen Stück man eigentlich nur auf einem exorbitanten System hören sollte, welches das ganze umliegende Stadtviertel mitbeben lässt und störende Klopfgeräusche der Nachbarn von vornherein unterbindet. Insgesamt unterstreichen alle Neuversionen die Melodik des jeweiligen Originals und haben einen riesigen Klangraum gemein, so dass wir hier von einem wirklich gelungenen Ensemble einer hochkarätigen musikalischen Gemeinschaft sprechen können. Bei mir fest in meinem Player implantiert.
Gatto Fritto - Gatto Fritto (International Feel)
Ich bin ehrlich, den Namen kenn ich nicht. Auch das Label kenne ich nicht. Aber ein italienisch klingender Künstler auf einem Imprint aus Uruguay klingt schon mal irgendwie interessant und als ich das erste Stück dieses Album gehört hatte, konnte ich mich so schnell auch nicht mehr davon lösen. Spontan fällt mir Retro Elektro Disco als Richtung ein, aber eigentlich es viel viel mehr als das - nämlich eine perfekte Symbiose aus vergangenen Sounds und der reifen Moderne, die nach mehr Melodie und überlegten Tonkonstruktionen schreit. So kommt die hier gespielte Lässigkeit gerade recht - nein, das ist falsch, ich nehme sie sogar grundsätzlich ab. Ein paar spacige Soundeffekte und noch nicht übertrieben wirkenden Synthies später, kommen wir bei einem inspirierend gefühlvollen Vocoderstück an, wonach wir über die 70s Disko dann endgültig dem Weltraum entschweben. Äußerst erfrischend, so etwas in sich aufzusaugen.


